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Interviews:      Amon Amarth -  01.09.2008


 

Amon Amarth - Interview vom 01.09.2008
Homepage: www.amonamarth.com

Art des Interviews: phoner, 
Interview mit: Fredrik Andersson   von: Ralf

  


   

AMON AMARTH – Die Macht des Donnergottes

Viel Erklärung bedürfen AMON AMARTH eigentlich nicht. Ihr grandioser Feldzug durch die Metal-Landschaft hält nun schon seit ein paar Jahren an und stetig wächst die Fangemeinde und damit auch die Zahl der verkauften Platten, verkörpern die 5 Schweden doch wie kaum jemand anderes die Wikinger-Legenden und verarbeiten diese zu einem harten Death-Metal-Brett. Zu Unrecht wird das Quintett oft in die Viking-Metal-Ecke gedrängt. Warum das so ist und was uns mit dem Ende September erscheinenden neuen Album „Twilight Of The Thunder God“ erwartet, die Aussagen von Fredrik Andersson waren sehr aufschlussreich.

Die Skandinavier nehmen den Begriff Viking-Metal in Bezug auf deren Musik beinahe schon als Bedrohung oder Beleidigung auf. Weit her rührt dieser Vergleich allerdings nicht, dennoch sollte man sich schon etwas besser mit der Musik beschäftigen um derartige Verbindungen herzustellen. Nicht jedes gespielte Rufhorn oder sonstige nordische Instrumente tragen einem Stil zwangsläufig den Stempel ´Viking´ oder ´Pagan´ auf. Gitarrist Olavi Mikkonen formulierte es vor einigen Jahren mal etwas schärfer. „Was soll Viking-Metal eigentlich sein, warum bringt man diesen Stil andauernd wieder mit uns in Verbindung? Wir sind eine verdammte Death-Metal-Band. Das ist gut so und soll auch so bleiben.“ Derjenige der diese Zeilen nun liest wird es nun in Zukunft wohl kaum mehr wagen etwas anderes zu behaupten, denn anno 2008 klingen die Aussagen ähnlich, Schlagzeuger Fredrik äußert sich dazu mit den Worten „Diese Begrifflichkeit des Viking-Metal entstand nach unserer Gründung. Wir hatten von Anfang an unseren eigenen Stil. Eine nachträgliche Kategorisierung diesbezüglich ist doch lächerlich.“

Nun sind sie also wieder da, die Schar derer die sich schon lange auf das neue Werk von AMON AMARTH gefreut haben dürfen die Jagd auf das begehrte Stück bald beginnen. „Twilight Of The Thunder God“ wird sich abermals mit nordischer Mythologie beschäftigen. Das war im Vorfeld eigentlich schon klar, das lyrische Ergebnis überrascht daher kaum. Dennoch ist Geschichte einfach ein riesiges Terrain bei dem sich so mancher Künstler schön austoben kann, geben doch die einzelnen Legenden so viel Stoff her. „Alle Tracks beschäftigen sich mit der Schlacht des Gottes Odin mit der Weltenschlange. Alle Songs haben wir um dieses Thema gestrickt. Es mag nach wenig klingen, aber in der Mythologie gibt dieses Ereignis viel Material her.“

Die Furcht war vorab dennoch groß dass AMON AMARTH kommerziell werden könnten, hatte sich doch auf dem Vorgänger „With Oden On Our Side“ eine leichte Tendenz, hinzu langsameren und melodischeren Stücken abgezeichnet. Das Ergebnis von „Twilight Of The Thunder God“ allerdings überrascht. Ziemlich genau das Gegenteil des etwaig befürchteten ist eingetreten. „Ich denke wir haben das abwechslungsreichste Album überhaupt abgeliefert. Unsere neue Scheibe enthält, um genau zu sein, 4 schnelle, 5 mid-tempo und 1 langsameres epischeres Stück. Das gab es in der Form noch nie. Früher kam unsere Härte eigentlich durch das Gesamtkonstrukt, bei dem jeder einzelne Musiker einen wesentlichen Beitrag leistete.“ In der Tat, so viel Ideenreichtum und Abwechslung auf einem Album, das konnte man sicherlicht nicht erwarten, zumal es für eine Gruppe sowieso immer recht schwierig ist ohnehin schon so erfolgreiche Platten nochmals zu toppen. Dies zeugt von großer Stärke, professioneller Arbeit und viel Harmonie innerhalb der Band. Für eben jene harmonische Einheit waren AMON AMARTH seit jeher bekannt und betonten dies auch immer wieder. „Wir kennen uns nun schon eine ganze Weile. Jeder kennt die Stärken, aber auch Schwächen des anderen. Über all die Jahre kann sich so jeder auf den Kollegen einstellen. Der eine kann eben das ausgleichen, wozu der andere eher weniger im Stande ist.“

Denkt man an die oft besungenen Wikinger-Lieder aus Skandinavier so stößt man relativ schnell auf Namen wie etwa Odin oder Thor. Ersterer war ja bereits Teil des Albumtitels des erschienenen Werks aus dem Jahre 2006, während letzterer ja allein durch die Präsenz an vielen verschiedenen Hälsen langhaariger Metalfans, in Form einer Halskette, auffällt. Der Donnergott war uns bisher nicht bekannt. „Das ist ein anderer Name für Thor, der eben einen wesentlichen Bestandteil unserer neuen Platte darstellt.“

Man darf gespannt sein wie Fachwelt und Fans „Twilight Of The Thunder God“ aufnehmen. Durch die geplante Unholy-Alliance-Tour quer durch Deutschland, als Support-Act für Slayer, haben sie auf jeden Fall eine gute Chance ihre Fanbase zu erweitern und sich vor einem großen Publikum zu präsentieren.

Ralf Rajendra







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