Duncan Patterson hält es wohl nie ewig bei einer Band. Rastlos strebt er immer weiter, um seine musikalischen Visionen zu verwirklichen. Nach seiner Zeit bei Anathema hatte er mit Antimatter drei Studioalben, ein Livealbum, sowie zwei Online-Releases veröffentlicht, bevor er auch hier wieder, zugunsten einer neuen Band, seinen Ausstieg bekannt gab.
Mit ÍON hat er nun ein neues Betätigungsfeld, und mit „Madre, Protégenos“ ein erstes Album, welches Duncan selbst als sein bisher persönlichstes bezeichnet. ÍON ist das gälische Wort für „pur/rein“, und so ist auch die Musik – pur, rein, reduziert und fast schon zerbrechlich. Die Musik hat etwas geradezu meditatives an sich, und erstmals hat er hier auch Einflüsse aus der irischen Folkmusik verarbeitet – so wurde z.B. mit „Goodbye Johnny Dear“ eine traditionelle irische Ballade von Johnny Patterson aus dem neunzehnten Jahrhundert vertont. Die Songs pendeln zwischen dezenten Anleihen von Anathema und Antimatter, irisch-mystischen Klängen und hypnotisierenden Percussioneinlagen. Dabei greift er – wie auch schon bei Antimatter – auf hauptsächlich weibliche Sängerinnen zurück. Die Auswahl der Gastmusik ist auf jeden Fall auch erwähnenswert, denn neben Duncan haben 13 MusikerInnen aus insgesamt 8 (!) Ländern mitgewirkt. Ähnlich „rein“ wie die Musik ist, wurde auch das Artwork angelegt, und so handelt es sich dabei um ein dezentes matt-schwarzes Digi-Pack mit eingeprägter goldener Schrift – sieht sehr edel aus!
Ich kann nur jedem Fan von ruhiger, gefühlsbetonter Musik empfehlen „Madre, Protégenos“ zu kaufen, oder sich zumindest die Downloads auf der ÍON Website anzuhören. Neben dem komplett ausgespielten „Learpholl“ gibt es hier auch Ausschnitte aus dem Titelsong und dem Albumhighlight „Believe“.
Tracks:
01. Madre, Protégenos
02. O Efeito do Verăo
03. Learpholl
04. Anathema Maranatha
05. Believe
06. Ultreia
07. Goodbye Johnny Dear
08. Fé, Esperanza, Amor
09. Beyond the Morning