Im Januar nächsten Jahres werden es knapp 4 Jahre sein, dass man auf das nächste Werk von HELRUNAR warten durfte. Zwischenzeitlich wurde die Kult-Demo Grátr aus dem Jahre 2003 nochmals aufgelegt, die damals mit einer spärlichen Auflage von 500 Stück sehr schnell vergriffen war. Kein Wunder, hat sich doch die Band in kürzester Zeit von einer Underground-Combo zu einer kleinen Black-Metal-Sensation entwickelt. Nun aber „rächt“ sich die Band gleich mit 2 Alben, die zeitgleich und separat erscheinen werden. Programmatisch wird das Ganze unter dem Arbeitstitel Sól aufgehängt sein. Insgesamt, und auf 2 Platten verteilt, werden die Fans im dann noch jungen Jahr 2011 ganzen 15 Tracks frönen dürfen. Der erste Silberling wird auf den Namen Der Dorn im Nebel getauft sein, der zweite nennt sich Zweige der Erinnerung. Es ist keine große Überraschung, dass sich die Münsteraner auf ihren beiden Neuerscheinungen gewohnt hart, direkt und brachial präsentieren. Eingeleitet wird das erste Album durch leises Flüstern von Sänger Skald Draugir. Gewohnt düster und gnadenlos stimmt uns dann das folgende Stück „Kollapsar“ auf das Album ein. Schnell wird klar, dass sich die Band ihrem Stil treu geblieben ist und kein Stück von ihrer Konsequenz abweicht. „Unter dem Gletscher“, Album-Track Numero 3 nimmt etwas Tempo aus dem Spiel, überzeugt aber durch lange und eiskalte Riffs, gepaart mit der unheimlichen Stimme vom Frontmann. Hier fühlt man sich schon manchmal wie in einer Tropfsteinhöhle, ganz einsam, aber auch genießend, bei all dem was hier auf einen einprasselt. Die Stimmen bzw. das Flüstern scheint man durch die klebrigen und feuchten Wände zu hören. Und so reiht sich Lied an Lied und man mag sich gar nicht vom Bann losreißen, in das einen der Silberling zieht. Musikalisch recht ausgeglichen, abwechselnd von zart bis hart. Alles in Allem aber ein starkes Black-Metal-Album, das lässt sich an jedem Einzelstück ablesen. Rein Instrumental kommt „Praeludium Eclipsis“ daher und ist mit einer Spielzeit von gerade mal gut 3 Minuten ungewohnt kurz; der jeweilige Durchschnitt bei Sól liegt bei etwa 8 bis 9 Minuten.
Was bleibt insgesamt als Fazit zu sagen? Nun, die knapp 4-jährige Wartezeit hat sich gelohnt, die Black-Metal-Szene hat ein neues tolles Opus und kann sich freuen. Die beiden CD´s sind mehr als nur Musik, sie sind eine Geschichte, vielleicht sogar eine musikalische Reise?
Tracks:
Sól I – Der Dorn im Nebel
01. Gefrierpunkt
02. Kollapsar
03. Unter dem Gletscher
04. Nebelspinne
05. Praeludium Eclipsis
06. Tiefer als der Tag
07. Nur Fragmente...
08. Ende 1.3
Sól II – Zweige der Erinnerung
01. Europa nach dem Eis
02. Aschevolk
03. Die Mühle
04. Rattenkönig
05. Moorgänger
06. Lichtmess
07. Sól